Es geht immer noch schlimmer…

Heute klingelt der Wecker um 4.45 Uhr. So fängt der Tag schon richtig gut an. Ich glaube, früher aufgestanden sind wir nie. Ein Glück haben wir nicht viel zu packen. Also wie immer unter die Dusche und kurz zum Frühstück. Letzteres fällt tatsächlich sehr kurz aus, da unser Pick-Up viel zu früh als gesagt erscheint und hektisch winkend am Hotel steht. Schnell noch abrechnen, Joghurt runterstürzen und ab ins Auto. Diesmal kein Cyclo und kein Tuk-Tuk. Dafür ein Bulli, der in der nächsten halben Stunde mit 13 Personen beladen wird. So fühlt man sich auch.

Der Tag fängt wirklich nicht gut an… aber es kommt leider noch schlimmer. Am Bootsanleger angekommen sehen wir das Schnellboot nicht, dafür einen Kahn. Anscheinend ist der Wasserstand des Tonle Sap heute so niedrig, dass die Schnellboote nicht bis zum Bootsanleger fahren können. Von diesen Kähnen hatten wir bereits im Reiseführer gelesen. Sie gelten als unsicher. Zunächst ist das für uns nicht nachvollziehbar.

Noch ist die Stimmung auf dem Kahn ruhig

Zwischen 7 und 8 Uhr werden nach und nach immer mehr Personen drauf geladen. Gegen 8 Uhr sind wir dann mit 60-70 Menschen auf einem Kahn, der für 25 ausgerichtet ist. Wir sitzen unten, ein Teil der Mitfahrer oben auf dem Dach.

Selbst beim Propellerflug oder im Zug hatte ich nicht soviel Angst wie hier. Der Kahn legt ab und wankt ständig nach links und rechts. Sowohl der Kahnführer als auch alle weiteren Insassen lenken immer dagegen, um nicht mit dem Boot umzukippen. Man kann es leider schwer beschreiben, aber die Erläuterung des Reiseführers trifft voll zu. Ein Besatzungsmitglied prüft zwischendurch auch die Holzplanken an der Decke… sind ja doch recht viele Leute oben auf dem Boot und es knarrt heftig. Die Fahrt inkl. Steckenbleiben dauert etwa 15 Minuten. Ich bin nicht die Einzige, die mehrmals aufschreit und sich lauthals beschwert. Eine Dame verlangt sofort aussteigen zu können. Jetzt steigen wir aus dem wankenden Kahn auf das Schnellboot. Die Besatzung achtet wenig darauf, wie alle aussteigen und ob der Kahn dabei wieder kräftig ins Wanken kommt. Alle wollen einfach nur von diesem Kahn runter. Im Schnellboot ergattern wir einen Dreierplatz für uns. Hin und wieder gehen wir an Deck und genießen das schöne Wetter und die Aussicht. Etwas beunruhigend ist dann die Szene, als das Speedboat im See stecken bleibt. Der See ist das größte Binnengewässer Südostasiens. Wir hingen also auf einem See – kein Land in Sicht – in irgendwelchen Schlingpflanzen oder im Schlamm. Ein Stock wird rausgeholt, gestochert und irgendwann sind die Schrauben wohl frei und es geht langsam weiter. Die Fahrt dauert diesmal recht lange, so sind wir erst um halb drei in Phom Penh. Dort schnappen wir uns ein Tuk-Tuk, fahren zum Billabong Hotel, checken ein und schmeißen uns an den Pool. Hier wollen wir die restlichen Stunden unseres Urlaubs verbringen…

Am Pool des Billabong Hotel

Wir tummeln uns gerade im Pool, als wir zwei bekannte Gesichter sehen. Zwei ‚Mitinsassen‘ des Little Mui Ne (Guido und ?). Wir quatschen dann erstmal kräftig und geben unsere Anreisetipps für Siem Reap weiter (wir raten natürlich von der Schnellbootfahrt ab). Ich drehe noch einige Runden im Pool und genieße die letzten Sonnenstrahlen. Frank aktualisiert diese Seite. Nach einer kurzen Dusche gehen wir wieder runter und essen im Hotel – wir setzen keinen Fuß mehr vor die Tür (Phnom Penh bleibt somit fast unentdeckt). Die beiden o.g. setzen sich zu uns und so verbringen wir einen richtig netten Abend. Die beiden kommen übrigens aus Eschweiler und Mönchengladbach. Bei dem Dialekt hatte ich mir sowas vorher schon gedacht.

Nach einem leckeren Cocktail und dem guten Angkor-Bier geht es ins Bett! Unsere letzten Stunden in Südostasien schlagen…

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